Mama, gibt's den Weihnachtsmann?

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Die amerikanische Autorin und Journalistin Martha Brockenbrough hat die Frage einmal sehr ehrlich ihrer damals achtjährigen Tochter Lucy beantwortet. Die Drittklässlerin und ihre Mutter tauschten gern kurze Briefe aus. Eines Tages schrieb die Kleine in Großbuchstaben: „ICH MUSS DAS WISSEN. BIST DU DER WEIHNACHTSMANN? SAG MIR DIE WAHRHEIT.“
Der Originalbrief mit der Antwort findet ihr hier
Martha-Brockenbrough-Blog.

Liebe Lucy,

vielen Dank für deinen Brief. Du hast eine sehr gute Frage gestellt: „Bist du der Weihnachtsmann?“. Ich weiß, dass du schon lange auf die Antwort darauf wartest und ich musste gut darüber nachdenken, was genau ich dir antworte.

Die Antwort ist: Nein, ich bin nicht der Weihnachtsmann. Es gibt nicht einen Weihnachtsmann.

Ich bin diejenige, die die Geschenke bringt. Ich suche sie aus, packe sie ein und lege sie unter den Weihnachtsbaum, genauso wie das meine Mama für mich gemacht und ihre Mama für sie. (Und ja, Papa hilft auch.)

Ich stelle mir vor, dass du das eines Tages auch für deine Kinder machen wirst, und ich weiß, dass du es lieben wirst, wenn sie am Weihnachtsmorgen die Treppe herunterkommen. Du wirst das lieben, wie sie unter dem Baum sitzen und ihre kleinen Gesichter vom Licht der Kerzen glänzen.

Aber dadurch wirst du nicht der Weihnachtsmann.

Der Weihnachtsmann ist viel grösser als irgendein einzelner Mensch und seine Arbeit gibt es länger als jeden von uns. Was er macht, ist einfach, aber mächtig beeindruckend. Er bringt Kindern bei, an etwas zu glauben, was sie nicht sehen oder anfassen können.

Das ist eine riesige und sehr wichtige Aufgabe. Dein ganzes Leben lang wirst du diese Fähigkeit brauchen: an dich selbst, deine Freunde, deine Talente und deine Familie glauben zu können. Du wirst an Dinge glauben müssen, die du nicht ausrechnen oder in den Händen halten kannst. Wovon ich spreche ist Liebe, die große Kraft, die dein Leben zum Strahlen bringen wird, selbst in den dunkelsten Momenten.

Der Weihnachtsmann ist ein Lehrer und ich war eine seiner Schülerinnen. Jetzt kennst auch du das Geheimnis, wie er es schafft, am Heiligabend all die Kamine herunter zu kommen: Er hat Hilfe von all jenen, deren Herzen er einst mit Freude brachte.

Mit ganzem Herzen helfen Menschen wie Papa und ich dem Weihnachtsmann dabei, seine Arbeit zu erledigen, die er sonst nie schaffen würde.

Also nein. Ich bin nicht der Weihnachtsmann. Der Weihnachtsmann, das ist die Liebe, die Magie, die Hoffnung und das Glück. Ich bin in seinem Team und du bist das jetzt auch.

Ich liebe dich und werde dich immer lieb haben,

Mama




Der Weihnachtsmann als Gabenbringer für Kinder ist im deutschsprachigen Raum schon seit über 200 Jahren bekannt. 1835 schrieb Hoffmann von Fallersleben das bis heute populäre Lied „Morgen kommt der Weihnachtsmann“.

22.12.19 09:22

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